Abenteuer Kindheit

Ana Aslan

Die Lebensgeschichte
Teil 3

 

 

Ana Aslan mit Familie
Ana Aslan mit Familie

Die Aslans lebten in der Tradition des Kleinadels, aus dem Sofia abstammte. Sie bewohnten ein verhältnismäßig geräumiges Haus mit zwölf Zimmern. Dazu zählten ein Wohnzimmer mit einem Kamin aus weißem Marmor, ein kleiner Salon mit Klavier, ein türkisch möbliertes Zimmer mit weichen Sofas und orientalischen Wasserpfeifen, sowie ein Zimmer für Gäste, ein großes Esszimmer und die vier Schlafzimmer der Kinder. Im oberen Stockwerk wohnten Vater und Mutter zusammen mit dem „guten Hausgeist“, einer alten, nervenkranken Tante, die den märchenhaften Namen „Nènufura“ trug. Im Winter versammelte man sich vorm knisternden Kaminfeuer im Wohnzimmer. Margarit las den Kindern Märchen von Ileana Cosinzeana vor und Sofia, die fließend deutsch sprach, die der Gebrüder Grimm und Hans Christian Andersons. Ana und Angela spielten zusammen Klavier und manchmal stimmte Sergiu mit der Violine dazu ein.

 

Eines Tages brach ein Brand im Hause Aslan aus. Eine Kerze war vom Klavier gefallen und hatte die Vorhänge in Flammen gesetzt. Der älteste Sohn Sergiu weckte die Nachbarn und alarmierte die Feuerwehr. Alle verließen fliehend das Haus, alle außer Ana, die gar nicht daran dachte, das geliebte Zuhause dem Feuer zu überlassen. Nachdem sich die Aufregung gelegt hatte, fand man sie in der Küche, wo sie seelenruhig einen Topf mit Wasser füllte, um mutig und entschlossen den Flammen entgegenzutreten.

 

Das Elternhaus hatte keinen Garten, aber im Frühling und Sommer, wenn ganz Braila grün wurde und einem Blumenmeer glich, zog es die Geschwister zum Spielen nach draußen in den nahegelegenen Stadtpark. Weit lieber jedoch lief Ana zum Hafen, dessen geschäftiges Treiben sie faszinierte. Stundenlang konnte sie dem Feilschen der Händler zuhören und das Hin- und Her der Waren sowie das Ein- und Ausfahren der beladenen Schiffe beobachten.

 

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