Aufbau

Ana Aslan

Die Lebensgeschichte
Teil 16

 

 

Das Institut
Das Institut
Institutsschild
Institutsschild

Das Institut wurde untergebracht in einem weitläufigen Gebäude, das 1894 auf Veranlassung von Königin Elisabeth, Gemahlin Karls I. von Hohenzollern, erbaut worden war. Es bestand aus einem 70 Meter langen rechteckigen Bau mit drei Stockwerken. Der lange Mittelgang war mit kunstvollen Mosaiken verzier, und die Außenfassade trug die Symbole aller Regionen Rumäniens in grünem Terra-Cotta. Die Struktur des Gebäudes entsprach den räumlichen Anforderungen des Instituts in vollkommener Weise. Es gab eine Krankenhaussektion mit 70 Betten, eine Pflegesektion mit 110 Betten sowie eine Abteilung für ambulante Behandlungen. Die Geschicke des Institutes, Management, Organisation und Forschung unterstanden bald vollständig Ana Aslan, während sich Parhon auf eine Beraterposition zurückzog. Sie führte Abteilungen für „Klinische Gerontologie“ und für „Biologie des Alterns“ ein. Dr. Cornel David, der bei Prof. Vaques in Frankreich und bei Prof. Volhard in München studiert hatte, wurde als Chefarzt für die Krankenhausklinik gewonnen. Später wurde er stellvertretender Direktor (und blieb es bis 1974). In der Abteilung für „Biologie des Alterns“ wurden Laboratorien für Physiologie, Immunologie, Biochemie, Biophysik, Genetik und Gewebekultur eingerichtet. In einem Anbau gab es ein spezielles Laboratorium für Tierversuche mit Hasen, Meerschweinchen und Ratten.

 

Mit 25 Pflegepatienten führte Ana Aslan über Jahrzehnte kontinuierliche Untersuchungen und Behandlungen durch. Bis zum Jahre 1969 wuchs diese Gruppe an auf 110 Fälle und im Jahre 1989 waren immer noch 29 Patienten unter Beobachtung. Die ambulante Abteilung wurde darauf ausgerichtet, geriatrische Fürsorge für ganz Bukarest zu leisten. Ein weiteres Speziallabor für Pathologie und Histochemie (Wissenschaft vom Aufbau der Gewebe) wurde eingerichtet. Ana Aslan wollte jedoch mehr als nur eine gute Klinik führen. Aus den vielen Gesprächen mit Constantin L. Parhon gingen weit kühnere Wunschgebilde hervor. Sie wollte, dass alle Menschen von ihrer Methode würden profitieren können, und zwar nicht erst dann, wenn sich die Symptome altersbedingter Verschleißerscheinungen schmerzhaft bemerkbar machten, sondern schon vorher zur Vorbeugung müssten Maßnahmen ergriffen werden. Sie träumte von einem, dem ganzen Volk frei zur Verfügung stehenden prophylaktischen Gesundheitssystem, das allen Menschen die Chance geben würde, in Würde und Gesundheit möglichst alt zu werden.

 

Abbildung: Gero-H3-Aslan
Gero-H3-Aslan

1957 kam das Präparat auf den Markt, mit dem Ana Aslan ihre Patienten behandelte: Gero-H3 Aslan. Zusammen mit der Chemikerin Elena Polovrageanu war es in einem Labor des Instituts gelungen, ein Procain Molekül in einer neuen chemischen Formel zu stabilisieren. Damit war Grovital H3 geboren, ein Produkt, das um die Welt gehen sollte und bis zum heutigen Tage mehr als 150 Mal zu imitieren versucht wurde. Im Juli 1958 gab Ana Aslan das Protokoll der Experimente an das staatliche Büro für Erfindungen weiter und erhielt am 19. November 1958 das Patent für „Gerovital H3: Procain Produkt für die Behandlung des Alters und anderer Stoffwechsel- und Ernährungskrankheiten“, wie die Eintragung unter der Nummer 42270 skurrilerweise lautete.

 

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