Gründung des Instituts für Gerontologie und Geriatrie

Ana Aslan

Die Lebensgeschichte
Teil 15

 

 

Foto von Ana Aslan und Parhon im Institut
Ana Aslan und Parhon im Institut

In unmittelbarer Nachbarschaft befand sich ein kleines Altersheim, das Ana Aslan und Constantin L. Parhon im November 1949 regelmäßig zusammen aufzusuchen begannen. Bei einer Visite dort kam Ana schließlich auf die Idee, ein Institut zu eröffnen, das sich ausschließlich der Erforschung von Symptomen und Behandlungsmethoden widmen sollte, die den Alterungsprozess des Menschen betreffen: ein Institut für Gerontologie und Geriatrie. Aufgrund ihrer früheren Erfahrungen befürchtete sie jedoch, dass die Akademie sie nicht anhören würde. Parhon dagegen hatte dort großen Einfluß und war außerdem, das war wohl das Entscheidende, ein Mann. Es war wie damals, als sie aus taktischen Gründen den Namen Prof. Danielopolus als Ko-Autor einsetzten musste, um ihre medizinischen Fachartikel veröffentlichen zu können. Auch diesmal ging es ihr wieder mehr um die Sache als um den Ruhm. Im folgenden Jahr brachte sie den Freund endlich dazu, den Vorschlag für das Institut mit ihr zusammen auszuarbeiten und im Jahre 1951 wurde dieser der Rumänischen Akademie für Medizin präsentiert. In dem Exposé attestierte Parhon - als offizieller Federführer -, dass alle bisherigen den Alterungsprozess betreffenden Untersuchungen außerordentlich vielversprechend seien und dass die Verhinderung vorzeitigen Alterns als ein Aspekt mit zunehmender sozio-medizinischer Bedeutung anzusehen sei. Es sei daher sinnvoll, wenn nicht gar überfällig, Spezialisten auf dem Gebiet der Alterswissenschaften auszubilden und zu diesem Zweck ein eigenes Institut für Gerontologie und Geriatrie zu gründen. Am 21. Januar 1952 nahm die Akademie den Vorschlag an. Das weltweit erste Institut dieser Art war beschlossen und wurde bald darauf gegründet. Offizieller Leiter war zunächst Prof. Constantin L. Parhon mit Prof. Ana Aslan als stellvertretender Direktorin an seiner Seite. Am 11. März des gleichen Jahres wechselten die beiden schließlich die Posten, eine pure Formalität, mit der man nur gewartet hatte, um die konservativen Gemüter der Akademie nicht sinnlos zu verunsichern, was das Projekt vielleicht gefährdet hätte.

 

Die folgenden Jahre des Aufbaus waren ohnehin von einer intensiven Zusammenarbeit zwischen den beiden seelenverwandten Wissenschaftlern geprägt. Probleme wurden gemeinsam gelöst und Dokumente gemeinsam unterzeichnet. Ab diesem Zeitpunkt begann Ana Aslan ihre typische Unterschrift zu benutzen: „Prof. Dr. A. Aslan“, die in den kommenden Jahrzehnten als Markenzeichen auf den Schachteln ihrer Präparate um die ganze Welt gehen sollte.

 

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