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Viele ältere Menschen werden nur deshalb von Schwindelanfällen oder Verwirrtheit geplagt, weil sie mit falschen oder mit zu vielen Medikamenten versorgt werden: Typische Altersbeschwerden sind leider nur zu oft auf unerkannte Nebenwirkungen von Arzneien zurückzuführen.
Wer hatte nicht schon selbst einmal den Verdacht, dass Arzneimittel, die etwa der Orthopäde verschrieben hat, sich nicht mit den vom Internisten verordneten Arzneimitteln vertragen?
Oder wer hat es vielleicht sogar schon selbst erlebt, dass nach der Einnahme eines zweiten und dritten Medikamentes einige Symptome verschwanden, andere jedoch neu hinzukamen. Gegen diese Symptome wurden dann von einem weiteren neuen Arzt wiederum andere Medikamente verschrieben. Offensichtlich ist dieses Problem größer als bisher angenommen. Neueren Schätzungen zufolge, die sogar in der FAZ vom 22.05.2003 einer breiten Leserschicht vorgestellt wurden, kommt es in Deutschland jährlich zu etwa einer halben Million von ernstzunehmenden Zwischenfällen, die auf die Wechselwirkungen von unterschiedlich eingenommenen Medikamenten zurückzuführen sind. Die Zahl der tödlichen Fälle wird darin mit rund 25.000 beziffert.
Drei Gründe stellen dabei die Hauptursachen solcher Vorkommnisse:
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unzureichendes Wissen über Wechselwirkungen von Medikamenten-Kombinationen.
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Systembedingter Zeitmangel aufgrund organisatorischer Zwänge, wie sie teilweise in der täglichen Praxis – etwa bei niedergelassenen Ärzten- anzutreffen sind.
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Mangelnde Arzt/Patienten-Kommunikation und / oder mangelnde Kommunikation der Ärzte unterschiedlicher Fachgebiete (z.B. zwischen dem Orthopäden, dem Internisten, dem Urologen und dem praktischen Arzt).
Vor diesem Hintergrund überrascht es auch nicht, dass bei Krankenhauseinweisungen im Durchschnitt ca. 75% der vorher verordneten Medikamente, laut einer Studie von Rainer Böger vom Universitätsklinikum Hamburg, ausgetauscht oder abgesetzt werden.
Auch an den ASLAN Instituten stellen die Ärzte bei neuen Gästen zu Therapiebeginn und im Verlauf der obligatorisch ausgiebigen Untersuchungen und Gespräche oft fest, dass zumindest einige der vorliegenden Symptome auf eine ungünstige Kombination verschiedener Arzneimittel zurückzuführen sind und nicht alleine auf die tatsächliche Erkrankung. Eine Untersuchung, die im Wissenschaftsmagazin „Journal of the American Geriatrics Society“ veröffentlicht und mit älteren medikamentös eingestellten Patienten durchgeführt wurde, förderte zutage, dass diese mit 65% dreimal häufiger an Nebenwirkungen litten als jüngere Patienten. So sind etwa, um nur ein Beispiel zu nennen, Fälle bekannt, in denen Patienten, die unter Gelenkbeschwerden leiden, von ihrem Orthopäden Schmerzmittel verschreiben bekommen haben, die als Nebenwirkung eine Einschränkung der Nierenfunktion verursachten. Dies muss bis zu einem gewissen Grade nicht grundsätzlich gefährlich sein. In den Fällen, in denen der Patient jedoch gleichzeitig auch uner Herzschwäche leidet und daher ein vom Hausarzt verordnetes Herzpräparat einnimmt, häufen sich die Inhaltsstoffe der Herzmedikamente aufgrund der eingeschränkten Nierenfunktion im Körper an und führen zu Überdosierungserscheinungen. Die beteiligten Hausärzte waren oft über die Verschreibungspraxis des jeweils anderen Kollegen nicht oder nur unzureichend informiert. Solche und ähnliche Fälle treten häufig auch mit anderen Medikamentenkombinationen auf.
Wechselwirkungen von Medikamenten werden oft erst in der Klinik aufgeklärt Möglicherweise hätten die Patienten selbst ihre Ärzte über die Einnahme aller Medikamente informieren müssen. Möglicherweise haben die Ärzte auch nicht, oder nicht intensiv genug nach der Einnahme anderer Medikamente gefragt. Denn im hektischen Alltag eines niedergelassenen Hausarztes bleibt für intensive Befragungen oder Untersuchungen oft nur wenig Zeit. Hinzu kommt, dass das Patientengespräch von den Krankenkassen schlecht entlohnt, oder bei gleichzeitiger Durchführung einer Behandlung am selbem Tag gar nicht bezahlt wird. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Fälle von Wechselwirkungen zwischen Medikamenten oft erst während eines längeren Aufenthaltes an zum Beispiel einem ASLAN Institut entdeckt, aufgeklärt und beseitigt werden. Denn hier steht im Rahmen der meist zwei- bis dreiwöchigen ASLAN Behandlungen zweifellos wesentlich mehr Zeit zur Verfügung, um Wechselwirkungen auf die Spur zu kommen und tatsächliche krankheitsbedingte Symptome von medikamentenbedingten Symptomen zu unterscheiden.
Als Konsequenz daraus kann dann eine verbesserte Medikation in Absprache mit den jeweiligen Hausärzten erfolgen, die während des zwei- bis dreiwöchigen Aufenthaltes an einem ASLAN Institut sogar noch einer täglichen ärztlichen Überwachung und Kontrolle unterliegt. Der ganzheitsmedizinische Ansatz der ASLAN Institute zeichnet sich dadurch aus, dass nie ein Symptom isoliert betrachtet wird, sondern immer alle verfügbaren Befunde des Gesundheitszustandes insgesamt mit in die Untersuchung, Diagnose und Behandlung einbezogen werden. Daher können sich die ASLAN-Ärzte nicht zuletzt auch aufgrund ihrer umfangreichen Erfahrungen als Experten auf diesem Gebiet bezeichnen. Dies wird auch dadurch belegt, dass der intensive Check-up des gesamten Gesundheitszustandes unter Einbeziehung aller Symptome und ihrer möglichen unterschiedlichen Ursachen, nicht nur an den ersten beiden Untersuchungstagen erfolgt. Im Therapieverlauf folgen kontinuierlich weitere Untersuchungen und Arztgespräche. Nur so erhält der ASLAN Arzt den erforderlichen Gesamtüberblick über den kompletten Gesundheitszustand des Patienten und über den Verlauf der Behandlung. Somit bietet sich dem Gast oder Patienten an einem ASLAN Institut nicht nur die Durchführung der vorbeugenden ASLAN Kuren oder einer der symptomorientierten ASLAN Behandlungen an, sondern auch die Chance, zusammen mit dem ASLAN Arzt eine gründliche Inventur all seiner Symptome und der bisher dagegen durchgeführten Behandlungen und Medikationen zu erstellen. Dies verschafft dem ASLAN Arzt oft als einzigem einen Gesamtüberblick, der ihn in die Lage versetzt, parallel ablaufende Behandlungen der verschiedenen Hausärzte, mit deren Unterstützung, in sinnvoller Weise zu koordinieren und, für die Zeit nach dem Aufenthalt an einem ASLAN Institut, zu vernetzen.
Quelle: ASLAN aktuell 2002
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