Procain hat viele positive Effekte: Zum Beispiel lindert es Schmerzen, unterstützt die Durchblutung, versorgt die Zellen mit mehr Sauerstoff, fängt „freie Radikale“; lindert Entzündungen und damit rheumatische Schmerzen, stärkt das Immunsystem und aktiviert das Gedächtnis – und das alles ohne unerwünschte Nebeneffekte.
Die Rede ist von einem Wirkstoff "Procain", der einst als Lokalanästhetikum hergestellt wurde, eine Renaissance als Medizin gegen das Alter erlebte und möglicherweise einmal gegen Krebs seinen Einsatz findet. Der Wirkstoff wird bereits zur Prävention von Schlaganfall und Herzinfarkt eingesetzt. Mehr als 5.000 Publikationen bilden die Grundlage der Erforschung der vielseitigen Substanz, die auf eine ebenso lange Erfolgsgeschichte wie die Acetylsalicylsäure, dem Wirkstoff von Aspirin®, zurückblicken kann.


Eine der wichtigsten Erkenntnisse über Procain reicht bis in die 50er-Jahre zurück. In dieser Zeit beobachtete die rumänische Ärztin und Zellforscherin Professor Dr. Ana Aslan, dass diejenigen Patienten vitaler, mobiler und leistungsfähiger wurden, denen sie Procain zur Schmerzlinderung von Arthrose oder zur Gefäßerweiterung als Prävention von arteriellen Erkrankungen verabreicht hatte. 1956 präsentierte sie ihre Beobachtungen auf dem Karlsruher Therapiekongress als „Eine neue Methode zur Prophylaxe und Behandlung des Alterns.“ Heute wird die Substanz sowohl in einem präventiv- als auch symptomorientierten Therapiekonzept für Menschen ab etwa 45 Jahren in den ASLAN Gesundheitszentren Olsberg, Bad Steben und Bad Reichenhall im Sinne von Professor Aslan sowie neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse eingesetzt.
Die Forschergruppe der Berliner Charité (Prof. Dr. Andreas Krause et al.) entdeckten zwei weitere entzündungshemmende Wirkungen von Procain. Es hemmt die körpereigene Produktion von Interleukin-6 und des C-rekativen proteins (CRP) – zwei Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall.
Zu den erfolgversprechendsten Studien zählen die Ergebnisse des Spanish National Cancer Center aus dem Jahr 2003, wonach Procain bei isolierten menschlichen Brustkrebszellen das Wachstum dieser Zellen hemmen kann. Somit könnte es möglicherweise als Krebstherapeutikum eingesetzt werden.
1990 konnte Dr. Mauro Esposito vom Nationalen Institut für Krebsforschung in Genua bereits eine schützende Wirkung der Substanz auf die Zellmembran nachweisen.
In einem Toxizitätstest an Leukämiezellen erwies sich der Schutz von Procain auf das gesunde Gewebe als so groß, dass die Dosis des tumorschädigenden Chemotherapeutikums Dis Platin um 200 bis 300 Prozent erhöht werden konnte.
Die Bedeutung, die der Wirkstoff in den vergangenen einhundert Jahren erlangt hat, hätte sich wohl niemand träumen lassen. Vor allem nicht der deutsche Biochemiker Professor Dr. Alfred Einhorn, der erstmalig Procain aus der Agave herstellte und ihm den Namen „Novocain“ (von lat. novus „neu“ und cain wie in Cocain) gab. Denn er war ursprünglich auf der Suche nach einem nebenwirkungsarmen Anästhetikum als Alternative zu Kokain und Opiaten. Auf diesem Gebiet kam es zum Beispiel im ersten Weltkrieg zur Schmerzbehandlung verwundeter Soldaten zum Einsatz. Zu Ana Aslans Zeiten wurde Procain als das „königliche Medikament“ oder als „Wunderwaffe“ gegen das Altern gesehen.
In den letzten Jahren konnten viele Wirkmechanismen von Procain aufgeklärt und wissenschaftlich belegt werden. Bei einigen klinischen Beobachtungen und Ergebnissen besteht immer noch Erklärungsbedarf, doch auch diese Lücke wird angesichts des wachsenden Forschungsinteresses irgendwann vollständig geschlossen.

Procain ist ein Lokalanästhetikum vom Ester-Typ
Andere Namen: 4-Aminobenzoesäure-beta-diethylaminoethylester, Procainum; Vitamin H3
1905
Der deutsche Biochemiker Professor Dr. Alfred Einhorn synthetisiert erstmalig Procain aus der Agave und gibt ihm den Namen „Novocain“ (von lat. novus „neu“ und cain wie in Cocain). Es ist weltweit das erste Lokalanästhetikum
1925
Procain wird erstmals intravenös zur Behandlung von Migräne durch den deutschen Arzt Ferdinand Huneke (1891–1966) eingesetzt – die Neuraltherapie entsteht
40er Jahre
Der französische Neurochirurg Professor René Leriche beschreibt die gefäßerweiternde Wirkung des Procains. Er behandelt Patienten mit arteriellen Verschlusserkrankungen und koronarer Herzkrankheit mit Procain, um die Gefäße zu erweitern.
50er Jahre
Erstmalige Beschreibung der verjüngenden Wirkung durch Dr. Ana Aslan
60er Jahre
Untersuchungen bestätigen die gefäßerweiternden Effekte des Procains, die sich positiv auf die Herz-Kreis-Erkrankungen auswirken können.
70er Jahre
Erkenntnisse, die eine antidepressive Wirkung von Procain beschreiben
80er und 90er Jahre
Beschreibung und Bestätigung antioxidativer Effekte
Aktuell
Neueste Studien erläutern die zukünftige Bedeutung des Procains in der Krebstherapie: